OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Im Bundestag gab es am 17. Februar eine Debatte über Solo-Selbständige, in der die unterschiedlichen Konzepte der Parteien zur sozialen Absicherung zum Ausdruck kommen.
Zur Debatte

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die DRV prüft derzeit, ob die freiberuflichen Lehrkräfte für Deutschkurse am Goethe-Institut scheinselbstständig beschäftigt sind. Pressemitteilung

Das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hält die Ereignisse, Proteste und Medienberichte fest in einer CHRONIK IM FORUM

Christian Füller im FREITAG: „Goethe steht nun nicht mehr nur für Faust, sondern auch für andere Tragödien: Lohndrückerei und möglicherweise sogar Sozialbetrug. … [Lehmann] entlässt zwei Drittel seiner Lehrkräfte ins soziale Nichts. … Das soziale Unrecht, das hier begangen wird, geschieht in Kenntnis etwa von zwei Ministerialdirigenten aus dem Finanz- und dem Außenministerium. Spitzenbeamte des besten Sozialstaates der Welt schauen also zu, wie Hunderte De-facto-Vollzeitkräfte über Jahre ohne Lohnfortzahlung und bezahlten Urlaub arbeiten müssen.“

weitere Medienberichte zum Thema:

Spiegel (15. Februar)
taz
(Interview am 14. Februar)
Hessenschau
(13. Februar)
VGSD
(10. Februar)
Deutschlandradio Kultur
(8. Februar)
Der Freitag
(8. Februar)
Spiegel
(7. Februar)
Deutsche Welle
(3. Februar)
Süddeutsche Zeitung (2. Februar)
anwalt24 (31. Januar)
taz (30. Januar)
n-tv (27. Januar)
FAZ (27. Januar)
Sächsische Zeitung (27. Januar)

Pressemitteilungen gibt es von der GEW, von FaDaF und vom
Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte.

David N. Koch

© David N. Koch

Auch an der VHS Kiel wird ab März 2017 für alle DaZ-DozentInnen ein Honorar von 35 € gezahlt. Ein Erfolg, der durch den engagierten Einsatz der Lehrkräfte möglich wurde. Die Kieler Nachrichten berichten.

prekaere_beschaeftigung_0009

© Annette Etges / annetteetges.com

Das Thema der Sendung „Campus & Karriere“ des Deutschlandfunks vom 7. Januar 2017 ist Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit Beispielen und Gesprächspartnern des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte.

Die ganze Sendung kann man hier anhören.

David N. Koch

© David N. Koch

DozentInnen der Düsseldorfer VHS demonstrieren anlässlich der Ratssitzung am 15. Dezember 2016. Der WDR sendet einen Beitrag über die „Ungleiche VHS-Bezahlung“ (Unterpunkt) in der Lokalzeit aus Düsseldorf. Auch die Rheinische Post berichtet.

Der Stadtverband der GEW Düsseldorf gibt eine Stellungnahme zum Haushaltsentwurf 2017 ab.

Eine beeindruckende Geste kommt von der BezirksschülerInnenvertretung Düsseldorf, die die VHS-Lehrkräfte in ihrer Forderung nach gleicher Bezahlung mit einem Solidaritätsbrief unterstützt.

Anlässlich des 6. Deutschen Weiterbildungstags am 29. September hat der Arbeitskreis Honorarlehrkräfte der GEW-Düsseldorf mit einem Info- und Proteststand auf die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte hingewiesen: „Dozent*in sein muss man sich leisten können – Altersarmut inklusive“

Eine Dozentin der VHS Düsseldorf schreibt zum inakzeptablen Ratsbeschluss:

„Es ist traurig, dass eine so traditionsreiche und wichtige Einrichtung wie die Volkshochschule von der Stadt kaputtgespart wird. Schon jetzt wandern langjährig mit der VHS verbundene Dozentinnen und Dozenten ab, denn die Aussicht, dass das Honorar innerhalb der kommenden vier Jahre um jeweils einen Euro pro Jahr erhöht werden soll, so dass wir im Jahr 2020 dann wahrhaftig bei 25,-  pro Unterrichtsstunde angelangt sein werden, ist der blanke Hohn.
In Köln dagegen ist für 2017 eine Honorarerhöhung auf 35,- € beschlossen worden – für alle Dozentinnen und Dozenten im Bereich Deutsch als Fremdsprache und für all diejenigen Lehrkräfte, die in anderen Bereichen als arbeitnehmerähnlich Beschäftigte tätig sind. So geht es also auch!“

vhs-protest-0031

© Javier Luna / javierluna.de

UPDATE: Der Rat der Stadt Köln beschließt am 20.12.2016 die Anpassung der Honorare im DaF-Bereich und aller anderer arbeitnehmerähnlich Beschäftigten der VHS Köln auf 35,- ab Januar 2017!

Keine Diskussion kommt ohne die Betonung der Bedeutsamkeit von Bildung und Integration aus. Als Fundament, auf dem alle Anstrengungen hierfür beruhen, wird stets herausgestellt, wie alles entscheidend das Erlernen der deutschen Sprache sei. Dennoch scheint den Entscheidungsträgern nicht bewusst zu sein, dass jene professionellen Wissensvermittler sich ihrem Auftraggeber nicht mehr zur Verfügung stellen werden (Artikel im KSTA), wenn der Nettoverdienst einer arbeitnehmerähnlich beschäftigten VHS-Honorarlehrkraft gerade einmal 1200,- im Monat beträgt.

35,- Honorar, die nun in den BAMF-finanzierten Integrationskursen gezahlt werden, entsprechen noch nicht einmal dem Mindestlohn in der Weiterbildung und sind immer noch ohne soziale Absicherung, ohne Fortzahlung bei Krankheit oder Ferien und ohne Beteiligung des Auftraggebers Stadt Köln an den Kosten für Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung. Die Kurse für Deutsch als Fremdsprache werden momentan mit 23,- honoriert; die der Dozenten für alle anderen Sprachen im Übrigen momentan mit gerade einmal etwas mehr als 18,-.

Die DaF/DaZ-Lehrkräfte der VHS Köln fordern dazu auf (Artikel in K. Rundschau), ihre inakzeptable Honorarsituation nicht auf eine universell einsetzbare Frage nach verfügbaren Finanzressourcen zu verkürzen, sondern als Frage nach vorhandener Wertschätzung und Verantwortung ihrer Arbeit gegenüber zu verstehen: Wie kann es sein, dass ausgerechnet die Fachkräfte, die diese Aufgabe im Auftrag der Stadt übernehmen, zu prekären Bedingungen beschäftigt werden?

Was die Lehrkräfte davon halten: Read More →

stuttgart-stuehle

DaF-Lehrkräfte und Lehrer an staatlichen Schulen kooperieren in Stuttgart

Vier Sitzgelegenheiten von äußerst unterschiedlichem Komfort stehen in der Fußgängerzone: ein gepolsterter Stuhl, ein normaler Stuhl, ein Hocker – und ein umgedrehter Getränkekasten. Doch bei der großen Lehrer-Lotterie haben nur wenige Passanten das Glück, den Platz in der „ersten Klasse“ des Lehrerdaseins (Beamte) zu gewinnen. Viele müssen auch mit der zweiten (Angestellte) oder dritten Klasse (befristete Verträge) vorlieb nehmen, und manche geraten als Honorarlehrkraft auf den Getränkekasten – vierte Klasse. Die Botschaft ist klar: „Gleiche Arbeit wird ungleich bezahlt.“

Das Aktionskonzept kam von der GEW-Gruppe der angestellten Lehrer*innen an staatlichen Schulen und wurde im Rahmen der GEW-Kampagne „Bildung. Weiter Denken!“ umgesetzt. Besonders schön war die Solidarität unter den Lehrerinnen und Lehrern. „Erste Klasse für alle!“, skandierten sie zuerst, doch dann entschieden sie sich um: „EINE Klasse für alle!“ Es war wundervoll, dass tatsächlich Vertreter*innen aller vier „Klassen“ gemeinsam auf der Straße standen und sich neidlos solidarisch zeigten. Auch als das Wetter uns zwischenzeitlich zusetzte, zuckte die verbeamtete Kollegin nur mit den Schultern: „Das bisschen Regen? Das macht mir nichts aus, ich sitze ja sonst immer auf dem Erste-Klasse-Stuhl. Es gibt Schlimmeres, als ein wenig nass zu werden, zum Beispiel eure Arbeitsbedingungen!“

Bericht und Fotos

20161102-berlin-vhs

© Berliner VHS-Doz.

Es ist ein Wunder geschehen. Die Berliner VHS-Dozent*innen haben es in den rot-rot-grünen Berliner Koalitionsvertrag geschafft:

*Gute Arbeit bei Musik- und Volkshochschulen*
Den Öffentlichen Dienst wird die Koalition zum Vorbild für gute Arbeit machen. Die Entlohnung für Lehrkräfte an Volkshochschulen und Musikschulen wird die Koalition erhöhen und prüfen, wie eine bessere soziale Absicherung sichergestellt werden kann. Dafür werden bei dauerhaftem Tätigkeitsbedarf Honorarverträge in Arbeitsverträge umgewandelt, mit einem Zwischenziel von mindestens 20 Prozent Festangestellte an den Musikschulen bis 2021. Die Koalition wird die Honorarordnungen des Landes im Hinblick auf Angemessenheit im Zusammenhang mit der Durchsetzung des effektiven Mindestlohns und Vergleichbarkeit auf den Prüfstand stellen. Für arbeitnehmerähnliche Beschäftigte will die Koalition eine tarifvertragliche Regelung abschließen.“

Neun Monate harte politische Arbeit eines wunderbaren VHS-Doz.-Wahlkampfteams (acht gewählte VHS-Doz.Vertreterinnen, zudem Unterstützer*innen) – mit aktiver Unterstützung auch von verdi Berlin-Brandenburg, wo die meisten aktiv sind, aber auch von der GEW BERLIN. Und natürlich jahrelange Vorarbeit.

Widerstand lohnt sich! Hoffnung nicht aufgeben!

buchmesse_dafdazbuendnis

© DaF/DaZ-Lehrkräfte

Mitglieder des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte besuchen die Frankfurter Buchmesse und informieren über die aktuelle Arbeitssituation im Bereich Deutsch als Zweitsprache.

gleiche-arbeit-unterschiedlicher-lohn_knonline

© kn-online.de

Die Kieler Nachrichten berichten am 21. Oktober 2016 über die unterschiedliche Bezahlung in verschiedenen Deutschkursen an der Kieler VHS.
Gleiche Arbeit – unterschiedlicher Lohn