„Gute Lehre gibt es nur durch finanzielle Kontinuität.“

Eva-Maria Stange (SPD), Wissenschaftsministerin Sachsen, fr vom 20.2.19

Eigentlich sollte der Hochschulpakt von 2007 eine einmalige Finanzspritze des Bundes an die Hochschulen bleiben, damit diese ihre Kapazitäten angesichts steigender Studierendenzahlen ausbauen. Nun soll die Förderung verstetigt werden – das ist Neuland und wirft die Frage auf: Mittel für was genau?

Für einen “Entfristungspakt”, fordert ein Kampagnenbündnis der GEW, ver.di und NGA-Wiss, und startet eine Online-Petition:

Petition zur Entfristungsoffensive: “Frist ist Frust”
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Die Verhandlungen über den Tarifvertrag der Länder (TVL) haben begonnen, in den nächsten Wochen ist mit ersten Warnstreiks zu rechnen. In diesem Zusammenhang forciert ver.di wieder die Kampagne “Wir sind es wert”, die auf die Bedeutung des öffentlichen Dienstes generell aufmerksam macht. Dabei können Angestellte aus dem öffentlichen Dienst in einem kurzen Online-Statement beschreiben, was er/sie täglich für die Gesellschaft leistet.

Nun sind Honorarlehrkräfte zwar nicht im öffentlichen Dienst angestellt. Sie arbeiten aber durchaus häufig, direkt oder indirekt, im öffentlichen Auftrag, sei es in der Integration, in der Hochschulbildung oder musikalischen Bildung. Daher sollten sie in der Kampagne nicht fehlen! Einige haben bereits angefangen, sich bemerkbar zu machen:

Wer mitmachen möchte, kann sein Statement ganz einfach auf der Kampagnenseite “Wir sind es wert” eingeben. Eine Gewerkschaftsmitgliedschaft ist dafür nicht erforderlich.

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“Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.” Nach dieser Maxime versucht der Freistaat Bayern offenbar, das Problem mit den freien DozentInnen an Musikhochschulen zu lösen – ohne dabei Verantwortung übernehmen zu müssen. Laut Süddeutscher Zeitung wurden die Lehrbeauftragten an bayerischen Musikhochschulen aufgefordert, schriftlich zu bestätigen, dass ihre Aufträge nur nebenberuflich erfolgen.

“Hiermit erkläre ich, dass ich meinen Lebensunterhalt aus anderen Quellen als den Lehraufträgen an staatlichen bayerischen Hochschulen hinreichend bestreiten kann.”

Dies sollen Lehrbeauftragte in Bayern bestätigen. “Ein Fragebogen schürt neue Angst” SZ, 12.11.2018
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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen hat die Online-Petition “Für eine Entfristungsoffensive an hessischen Hochschulen” gestartet. Demnach grassieren an hessischen Hochschulen auch dann noch Befristungen, wenn die Beschäftigten Daueraufgaben wahrnehmen.

Die GEW Hessen nutzt nun die anstehenden Verhandlungen über einen neuen Hochschulpakt in Hessen 2019, um das Thema neu aufzurollen. Dabei setzt sie auf den gestiegenen Einfluss der GRÜNEN. Diese hatten sich in ihrem Wahlprogramm für Verbesserungen im Hochschulbereich ausgesprochen – nun müssen Taten folgen.

Schade: Die freien Lehrbeauftragten an Universitäten kommen im Text nicht vor. Sie üben ebenfalls häufig Daueraufgaben aus und hangeln sich dabei von Honorarvertrag zu Honorarvertrag.

Dennoch: Die Petition ist wichtig und richtig. Mehr unbefristete Stellen und ein genauer Blick auf die Arbeitsbedingungen im Hochschulbereich, das wäre gut für alle. In diesem Sinne: Spread the word!

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Göttingen_Morssal Aber

© Morssal Aber

Aktualisiert:

Was bisher geschah:

Die Lehrbeauftragten der Universität Göttingen haben mit ihrer beeindruckenden Protest- und Unterschriftenaktion vor der Uni-Verwaltung im Mai 2017 für Aufsehen gesorgt.
Berichte: Göttinger Tageblatt, die Hessische Niedersächsische Allgemeine und das Stadtradio Göttingen.
Die Petition: “Verbesserung des Status der Lehrbeauftragten der Universität Göttingen jetzt sofort!”

Der aktuelle Stand der Dinge:

1. Kampf für angemessene Arbeitsbedingungen für Lehrbeauftragte:
2017 fanden drei Treffen mit der Uni-Präsidentin und ihrem Team statt. Beim letzten Treffen eröffnete uns die Präsidentin, dass unser Honorar pro geleistete Unterrichtsstunde von 27 auf 32 Euro erhöht wird, wobei weiterhin Klausurkorrekturen sowie Vor- und Nacharbeiten NICHT honoriert würden.

Das Präsidium etablierte dann eine “Richtlinien-AG”, in der die Arbeitsbedingungen der Lehrbeauftragten an der Uni Göttingen festgeschrieben werden sollten. Dazu wurde die Initiative eingeladen, mit einer Person an der AG teilzunehmen. Auch ein Vertreter des AStA wurde eingeladen. Nach einmaliger Teilnahme reagierte die Lehrauftragten-Initiative mit diesem Schreiben an das Präsidium: Read More →

Streik Musik Bayern

© Stephan Rumpf

Kreidefresser erklärt sich solidarisch mit den streikenden Lehrbeauftragten für Musik in Bayern. Sie benötigen dringend unsere Unterstützung für ihren Aufruf.

120 Lehrbeauftragte für Musik spielen vor der Bayerischen Staatskanzlei die Bayernhymne – in Moll. Sie sind aus ganz Bayern angereist, demonstrieren, streiken. Für Lehrbeauftragte keine Selbstverständlichkeit, denn streng genommen genießen sie kein Streikrecht. Trotzdem hat die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) dazu aufgerufen, vom 13. – 24. November der Arbeit fernzubleiben, ein deutliches Zeichen dafür, wie dramatisch die Situation ist. Read More →

bkslDie Bundeskonferenz der Sprachlehrbeauftragten (BKSL) stellt ihre Arbeit ein. Als Grund dafür wird angegeben, die Sprachlehrbeauftragten seien eine zu kleine Gruppe, um alleine etwas zu bewegen. Den Kampf führen sie trotzdem weiter: Die BKSL empfiehlt Sprachlehrbeauftragten, sich mit anderen Gruppen zusammenzuschließen.

KREIDEFRESSER lädt alle Lehrbeauftragten ein, ihre lokalen Gruppen hier einzutragen, damit eine Infrastruktur zur weiteren Vernetzung bestehen bleibt! Auch das Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte hat bereits angekündigt, mit den AktivistInnen der ehemaligen BKSL zusammenarbeiten zu wollen.