Es ist wieder so weit: Am Freitag, den 26.07.2019 begannen die Sommerferien in Baden-Württemberg – und damit die Arbeitslosigkeit von 9.000 Lehrerinnen und Lehrern der staatlichen Schulen. Der Skandal daran ist, dass sehr viele der Betroffenen im September zum neuen Schuljahr wieder eingestellt werden. Sie werden gebraucht – nur in den Sommerferien nicht.

Die Schulferien sind aber fest in die Arbeitszeit und in das Lehrergehalt einkalkuliert. Wer das ganze Jahr über gemäß der Arbeitszeiten unterrichtet, in die bereits unterrichtsfreie Zeiten eingerechnet sind, der muss diese unterrichtsfreie Zeit dann auch erhalten. Alles andere ist Diebstahl.

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So stellt sich die Bundesregierung das Gehalt einer DaF-Lehrkraft vor.

Die Bundesregierung hat auf die Kleine Anfrage der Grünen “Qualitätsoffensive bei den Integrationskursen starten” geantwortet. Die Fragen wurden sehr kompetent gestellt worden und es lohnt sich, die Antworten zu lesen, auch wenn die Bundesregierung bei einigen interessanten Themen einfach schreibt, dass “[ihr] keine systematischen Angaben vorliegen”.

Leider konnte sich die Bundesregierung auch nicht dazu durchringen, anzuerkennen, dass auch DaF-Lehrkräfte krank werden oder Erholungsurlaub benötigen – deshalb liegt die Rechnung, was eine Lehrkraft verdient, gründlich daneben. Das ist eigentlich ein Skandal – und in diesem Sinne kann die Antwort der Bundesregierung genutzt werden, um das Thema weiter zu politisieren. Glücklicherweise haben sich die Grünen offenbar sehr genau mit dem Thema beschäftigt. So zeigt sich auch Filiz Polat, die integrationspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, ungehalten über die Antwort der Bundesregierung. Ihr Urteil: “Die prekäre Lage der Lehrkräfte wird heruntergespielt.”

Im Folgenden werden die wichtigsten Punkte des Dokuments zusammengefasst.

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Wer kann da schon Nein sagen, wenn jemand einen Deutschkurs besuchen möchte? – Das BAMF.

Die Kundgebung der Freien Dozent*innen Berlin zum Weltflüchtlingstag am 20.6.19 rückt näher (siehe Aufruf und Veranstaltung auf Facebook). Warum das Motto “Solidarität statt BAMF” lautet, zeigt aktuell wieder ein Interview mit dem Präsidenten des BAMF Hans-Eckhard Sommer im Handelsblatt, 24.05.2019. Eine Lektüreempfehlung zum “Vorglühen” für die Demo.

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Am 08.05.2019 sendete das ARD-Mittagsmagazin einen Beitrag anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Volkhochschulen. Im Mittelpunkt: die Arbeitsbedingungen der Dozentinnen und Dozenten. In dem knapp 9-minütigen Video schildert eine Deutsch-Lehrkraft eindringlich ihre Situation, die Finanzstruktur der Volkshochschulen wird erläutert und Annegret Kramp-Karrenbauer muss als Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbands einige kritische Fragen beantworten.

ARD-Mittagsmagazin vom 08.05.2019
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Aufruf der Freien Dozent*innen Berlin an alle Kolleg*innen, Kursträger und deren Mitarbeiter*innen, Migrant*innen- und Geflüchteten-Initiativen.

Der Druck auf Geflüchtete steigt, das Innenministerum und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ziehen mit mehr Zwang, Kontrollen und Repression die Zügel an. Das BAMF ist unter Federführung der CDU/CSU ein Ausdruck und der Vollstrecker des Rechtsrucks in Deutschland.

Aber gleichzeitig regt sich auf verschiedenen Ebenen Widerstand. Am 20. Juni, dem internationalen Tag der Geflüchteten, wollen wir daran anknüpfen: Wir wollen verschiedene Missstände anprangern und gemeinsam dagegen protestieren.

Aufruf zur Kundgebung
am 20. Juni, ab 14.00 
vor dem Innenministerium (Alt-Moabit 140, 10557 Berlin (Nähe Hauptbahnhof)

Im ersten Halbjahr 2018 haben fast 8.000 sogenannte Integrationskurse begonnen. Das Interesse an der deutschen Sprache als Schlüssel zur gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe bleibt weiterhin hoch. So bemühen sich über 20.000 DaF/DaZ-Dozent*innen im Auftrag des Innenministeriums / BAMF um eine hochqualitative, teilnehmerorientierte Sprachvermittlung.

Das BAMF legt uns Dozent*innen jedoch immer wieder Steine in den Weg. Die derzeitige intransparente Organisation der Kurse und die verschärften Regelungen verlangsamen den Lernprozess, sind unnötig bürokratisch, verunsichernd und berücksichtigen die Lebensrealität der Teilnehmer*innen nicht.

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Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Zu diesem Anlass melden sich insbesondere Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache und weisen darauf hin, dass ihr Beruf vor allem von Frauen getragen wird. 2018 erschien bereits ein Beitrag auf Kreidefresser.org, der diesen Umstand betonte. Am 8. März 2019 sprach Clarissa Haziri-Hagner auf der Kundgebung in Stuttgart über ihren Beruf. Sie ist Vorsitzende des Landesarbeitskreis DaZ- und DaF-Lehrkräfte in der GEW Baden-Württemberg und Sprecherin des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte. Ein Auszug aus ihrer Rede.

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Von Februar bis Oktober 2019 wird in Stuttgart eine Supervisionsgruppe für freie DaF-Lehrkräfte angeboten. Die Anmeldung ist bis zum 06.02.2019 noch möglich. Um einen Eindruck von dem Angebot zu geben, folgt hier der Bericht aus der Supervisionsgruppe 2018.

„Ein Ventil haben, auch mal Dampf ablassen und Emotionen zeigen können“, „erleben, dass andere die gleichen Probleme haben und man gemeinsam Lösungen finden kann“ oder „neue Sichtweisen und Haltungen zu schwierigen Fällen gewinnen“, lauten einige Aussagen von Teilnehmerinnen zur Supervision, die die GEW erstmalig DaF/DaZ-Lehrkräften von Sprach- und Integrationskursen im Raum Stuttgart ermöglichte. Von Februar bis Juni 2018 trafen sich Honorarlehrkräfte einmal monatlich aus verschiedenen Institutionen. Durch die Fallbesprechungen in der Supervision erfuhren die DaF/DaZ-Lehrkräfte nicht nur einen guten Austausch und Rückenstärkung, sondern auch Begleitung und Unterstützung bei schwierigen Situationen. Es bildeten sich neue Teams und Solidaritäten.

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Dürfen wir mitfeiern?

2019 feiern die Volkshochschulen ihr 100jähriges Bestehen. Zwar gibt es bei einem dezentralen Konzept wie den VHSen kein einheitliches Gründungsjahr für alle Einrichtungen. Dennoch beschreibt der Deutsche Volkshochschulverband das Jahr 1919 als Ausgangspunkt:

“Das Jahr 1919 setzt den Grundstein für die Entwicklung der Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung, die seither konstituierend ist für Volkshochschulen: Artikel 148 der Weimarer Verfassung forderte alle staatlichen Ebenen dazu auf, das Volksbildungswesen einschließlich der Volkshochschulen zu fördern.
Die Weiterbildung erhielt damit erstmals Verfassungsrang und wurde zum integralen Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems. Dies löst deutschlandweit eine Welle von Volkshochschulgründungen aus. In keinem anderen Jahr der deutschen Geschichte wurden so viele Volkshochschulen gegründet.”

Deutscher Volkshochschulverband: 100 Jahre VHS, www.dvv-vhs.de/100-jahre-vhs

“Weiterbildung in öffentlicher Verantwortung”? Wer an der VHS unterrichtet, spürt von dieser öffentlichen Verantwortung eher wenig. Ausgerechnet die Lehre, Herzstück eines jeden pädagogischen Betriebs, wird zum Großteil von Honorarlehrkräften gestemmt.

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