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DaF-Lehrkräfte und Lehrer an staatlichen Schulen kooperieren in Stuttgart

Vier Sitzgelegenheiten von äußerst unterschiedlichem Komfort stehen in der Fußgängerzone: ein gepolsterter Stuhl, ein normaler Stuhl, ein Hocker – und ein umgedrehter Getränkekasten. Doch bei der großen Lehrer-Lotterie haben nur wenige Passanten das Glück, den Platz in der „ersten Klasse“ des Lehrerdaseins (Beamte) zu gewinnen. Viele müssen auch mit der zweiten (Angestellte) oder dritten Klasse (befristete Verträge) vorlieb nehmen, und manche geraten als Honorarlehrkraft auf den Getränkekasten – vierte Klasse. Die Botschaft ist klar: „Gleiche Arbeit wird ungleich bezahlt.“

Bericht und Fotos

Das Aktionskonzept kam von der GEW-Gruppe der angestellten Lehrer*innen an staatlichen Schulen und wurde im Rahmen der GEW-Kampagne „Bildung. Weiter Denken!“ umgesetzt. Besonders schön war die Solidarität unter den Lehrerinnen und Lehrern. „Erste Klasse für alle!“, skandierten sie zuerst, doch dann entschieden sie sich um: „EINE Klasse für alle!“ Es war wundervoll, dass tatsächlich Vertreter*innen aller vier „Klassen“ gemeinsam auf der Straße standen und sich neidlos solidarisch zeigten. Auch als das Wetter uns zwischenzeitlich zusetzte, zuckte die verbeamtete Kollegin nur mit den Schultern: „Das bisschen Regen? Das macht mir nichts aus, ich sitze ja sonst immer auf dem Erste-Klasse-Stuhl. Es gibt Schlimmeres, als ein wenig nass zu werden, zum Beispiel eure Arbeitsbedingungen!“

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