Frauen – Frauenberufe – Deutsch als Fremdsprache

Francis Oghuma_Pichamann (268)„Fühlst du dich als Frau denn von denen respektiert?“, wurde ich als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache bisweilen gefragt.
Anlässlich des Weltfrauenkampftags 2018 möchte ich auf eine andere Frage des Respekts eingehen, eine Frage mit größerer Tragweite, die mir aber eher selten gestellt wird: „Fühlst du dich als Frau denn von deinem Arbeitgeber respektiert?“

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Die Antwort lautet „Nein“. Ich fühle mich als Frau nicht vom BAMF respektiert, nicht von all den anderen zig Fördertöpfen und Geldgebern in der Weiterbildung, welche die Volkshochschulen und Integrationskurse mehr schlecht als recht mitschleifen. Zur Schizophrenie der Weiterbildung gehört, dass diese Geldgeber eigentlich nicht meine Arbeitgeber sind, die ich als Selbstständige offiziell gar nicht besitze. Dennoch sind es diese Geldgeber, die die Grenzen meines Einkommens, meiner Arbeitsqualität, meiner beruflichen Perspektiven und meiner beruflichen Sicherheit abstecken. Für diese Geldgeber habe ich heute schlechte Nachrichten: Frauen beherrschen durchaus genug Mathematik, um auszurechnen, was am Monatsende übrig bleibt. Es ist höchste Zeit, Frauen und Frauenberufe für voll zu nehmen – auch an den Volkshochschulen.

Die Arbeitsbedingungen an Volkshochschulen sind respektlos Read More →

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© Javier Luna / javierluna.de

UPDATE: Der Rat der Stadt Köln verabschiedet mit dem Ratsbeschluss vom 20.12.2016 die Anpassung der Honorare im DaF-Bereich und aller anderer arbeitnehmerähnlich Beschäftigten der VHS Köln auf 35,- ab 2017!

Keine Diskussion kommt ohne die Betonung der Bedeutsamkeit von Bildung und Integration aus. Als Fundament, auf dem alle Anstrengungen hierfür beruhen, wird stets herausgestellt, wie alles entscheidend das Erlernen der deutschen Sprache sei. Dennoch scheint den Entscheidungsträgern nicht bewusst zu sein, dass jene professionellen Wissensvermittler sich ihrem Auftraggeber nicht mehr zur Verfügung stellen werden (Artikel im KSTA), wenn der Nettoverdienst einer arbeitnehmerähnlich beschäftigten VHS-Honorarlehrkraft gerade einmal 1200,- im Monat beträgt.

35,- Honorar, die nun in den BAMF-finanzierten Integrationskursen gezahlt werden, entsprechen noch nicht einmal dem Mindestlohn in der Weiterbildung und sind immer noch ohne soziale Absicherung, ohne Fortzahlung bei Krankheit oder Ferien und ohne Beteiligung des Auftraggebers Stadt Köln an den Kosten für Renten-, Kranken- oder Arbeitslosenversicherung. Die Kurse für Deutsch als Fremdsprache werden momentan mit 23,- honoriert; die der Dozenten für alle anderen Sprachen im Übrigen momentan mit gerade einmal etwas mehr als 18,-.

Die DaF/DaZ-Lehrkräfte der VHS Köln fordern dazu auf (Artikel in K. Rundschau), ihre inakzeptable Honorarsituation nicht auf eine universell einsetzbare Frage nach verfügbaren Finanzressourcen zu verkürzen, sondern als Frage nach vorhandener Wertschätzung und Verantwortung ihrer Arbeit gegenüber zu verstehen: Wie kann es sein, dass ausgerechnet die Fachkräfte, die diese Aufgabe im Auftrag der Stadt übernehmen, zu prekären Bedingungen beschäftigt werden?

Was die Lehrkräfte davon halten: Read More →

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DaF-Lehrkräfte und Lehrer an staatlichen Schulen kooperieren in Stuttgart

Vier Sitzgelegenheiten von äußerst unterschiedlichem Komfort stehen in der Fußgängerzone: ein gepolsterter Stuhl, ein normaler Stuhl, ein Hocker – und ein umgedrehter Getränkekasten. Doch bei der großen Lehrer-Lotterie haben nur wenige Passanten das Glück, den Platz in der „ersten Klasse“ des Lehrerdaseins (Beamte) zu gewinnen. Viele müssen auch mit der zweiten (Angestellte) oder dritten Klasse (befristete Verträge) vorlieb nehmen, und manche geraten als Honorarlehrkraft auf den Getränkekasten – vierte Klasse. Die Botschaft ist klar: „Gleiche Arbeit wird ungleich bezahlt.“

Bericht und Fotos

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© Francis Oghuma / pichamann.de

In der Sendung WISO des ZDF spechen eine verbeamtete und eine angestellte Lehrerin über ihre Gehälter und weisen damit auf die ungerechten Gehaltsunterschiede bei Lehrern hin.

Nein, das ist nicht gerecht. Warum müssen wir selbst beim Gehalt der angestellten Lehrerin von einem Luxusproblem sprechen? Weil wir auch von ihrem Gehalt nur träumen können, bei gleicher akademischer Ausbildung.