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Die Westfälischen Nachrichten sprechen von einer „deutlichen Kurskorrektur“ bei der Musikschule in Münster: Das Unterrichtsangebot der Westfälischen Schule für Musik soll in Zukunft zu 80% von Festangestellten und nur noch zu 20% von freien Lehrkräften geleistet werden. Zudem soll das Honorar für freie Lehrkräfte von 25 auf 30 Euro erhöht werden.

Zu Recht trägt der einstimmig angenommene Antrag der SPD den Titel „Abbau prekärer Beschäftigung bei der Stadt Münster“. Ein Projekt, das sich bundesweit noch viele weitere Länder und Kommunen auf die Fahne schreiben müssten: Nach der Studie „Das Personal in der Weiterbildung“ häufen sich prekäre Einkommensverhältnisse unter Weiterbildner*innen ausgerechnet im öffentlich geförderten Segment (vgl. Zusammenfassung auf wb-web.de). Das Beispiel Münster zeigt, dass es auch anders geht – wenn der politische Wille vorhanden ist.

Petition_RH-MusikschuleWie man in kurzer Zeit eine Gruppe von freien, einzelkämpfenden Lehrkräften zu einem Kollegium macht, das seine Forderungen klar zum Ausdruck bringt und die Verantwortlichen in ihre politische Verantwortung nimmt, zeigen die Honorarkräfte der Rheinischen Musikschule Köln mit ihrer Petition.

Prekäre Beschäftigung – auch im kulturellen Bildungsbereich der Stadt – sollte nicht länger hingenommen werden als sei sie eine unvermeidbare Naturkatastrophe, auf die niemand Einfluss hat.

Soweit im Westen. Und im Osten:

Bei RBB Kulturradio wurde am 31. Januar in einer Radiosendung zum Thema „Wie geht es den Berliner und Brandenburger Musikschulen?“ diskutiert.
Na, wie wohl?!?

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© PLauppert/Wikimedia Commons

930 Musikschulen sind bundesweit im Verband deutscher Musikschulen organisiert, 42 davon in Rheinland-Pfalz. Dessen Landesverband warnt nun vor einem Nachwuchsmangel unter Musikschullehrern: Der Beruf werde als „sozial unsicher“ wahrgenommen, so der Vorsitzende des Landesverbandes der Musikschulen in Rheinland-Pfalz Christoph Utz. Die Meldung der dpa wurde in zahlreichen Medien aufgegriffen. Utz stellt sich darin explizit an die Seite der Lehrkräfte und warnt, die vielen Arbeitsverhältnisse auf Honorarbasis ohne soziale Absicherung verschärften den Lehrkräftemangel. Hinzu kommt Unsicherheit in der Finanzierung. Auf seiner Webseite stellt der Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz die „Bestandssicherung der kommunalen Institutionen vor dem Hintergrund der Finanzkrise der öffentlichen Hand“ als eines seiner wichtigsten Projekte dar. Die Landesförderung mache aktuell nur noch 7% des Gesamtbudgets der rheinland-pfälzischen Musikschulen aus, so Utz.

Ausführlicher Bericht auf news4teachers: Musikschulen haben den Blues