Frauen – Frauenberufe – Deutsch als Fremdsprache

Francis Oghuma_Pichamann (268)„Fühlst du dich als Frau denn von denen respektiert?“, wurde ich als Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache bisweilen gefragt.
Anlässlich des Weltfrauenkampftags 2018 möchte ich auf eine andere Frage des Respekts eingehen, eine Frage mit größerer Tragweite, die mir aber eher selten gestellt wird: „Fühlst du dich als Frau denn von deinem Arbeitgeber respektiert?“

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Die Antwort lautet „Nein“. Ich fühle mich als Frau nicht vom BAMF respektiert, nicht von all den anderen zig Fördertöpfen und Geldgebern in der Weiterbildung, welche die Volkshochschulen und Integrationskurse mehr schlecht als recht mitschleifen. Zur Schizophrenie der Weiterbildung gehört, dass diese Geldgeber eigentlich nicht meine Arbeitgeber sind, die ich als Selbstständige offiziell gar nicht besitze. Dennoch sind es diese Geldgeber, die die Grenzen meines Einkommens, meiner Arbeitsqualität, meiner beruflichen Perspektiven und meiner beruflichen Sicherheit abstecken. Für diese Geldgeber habe ich heute schlechte Nachrichten: Frauen beherrschen durchaus genug Mathematik, um auszurechnen, was am Monatsende übrig bleibt. Es ist höchste Zeit, Frauen und Frauenberufe für voll zu nehmen – auch an den Volkshochschulen.

Die Arbeitsbedingungen an Volkshochschulen sind respektlos Read More →

Der ursprüngliche Titel des FAZ-Artikels lautete:
„Vier von fünf Flüchtlingen bestehen Deutsch-Test nicht“.
Mittlerweile wurde er korrekterweise geändert in:
„Viele Analphabeten unter Flüchtlingen haben Probleme Deutsch zu lernen“.
Leider haben nicht alle Medien diesen Beitrag geändert, den sie allesamt aus der
‚BILD am Sonntag‘ zitieren. Analysen bei Bildblog.
Macht keinen großen Unterschied, denken Sie? Originaltitel der BILD mit Korrektur:

Integrationskurs_4Teil 1: Bürokratie

In der dritten Änderung der Integrationskursverordnung sieht das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vor, dass zum Kurs verpflichtete Teilnehmende nur noch in Ausnahmefällen ihren Kursträger wechseln können sollen. Als berechtigter Grund gilt etwa Umzug, veränderte Arbeitszeiten oder Änderungen in der Kinderbetreuung. Begründung: „Ein Kursträgerwechsel kann den Integrationsprozess verzögern“ (1).

Fragt sich nur: Ist das nicht gerade unser geringstes Problem?
Wir haben bei Menschen in der Praxis nachgefragt, was sie von der neuen Regelung halten. Heide (2) arbeitet in einer kommunalen Beratungsstelle und berichtet uns folgendes:

„Als ich diesen Satz las – Read More →

18.8.17 Überforderte Sprachschüler

© dpa

Die Bayerische Staatszeitung und die Welt befassen sich in ihren Artikeln Überforderte Sprachschüler und Wenn Deutschlernen als Zeitverschwendung erscheint mit den Lernbedingungen in Integrationskursen.

Das Innenministerium fordert viel. Oft ohne Rücksicht auf die Lebensbedingungen der Migrant*innen, die für ein effektives Lernen wichtig sind. Warum reagiert das BAMF so langsam? Wer fragt die Lehrkräfte nach deren Meinung zu besseren Unterrichtsbedingungen?

Wo ist die flächendeckende Kinderbetreuung? Kurse in Teilzeit?
Es gibt keine Garantievergütung zur besseren Differenzierung der Kurse. Warum gibt es einen Prüfungszwang für Teilnehmer, die keine Chance haben, das erwartete Niveau in der erwarteten Zeit zu erreichen? Die pädagogisch-didaktischen Grundlagen der Bildungsnation Deutschland scheinen für Migrantenkurse nicht zu gelten. Hier gilt vornehmlich das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und des Forderns. Wieder nichts aus der Vergangenheit gelernt?

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© Francis Oghuma / pichamann.de

Lehrkräfte zu SaisonarbeiterInnen degradiert
Pünktlich vor den Sommerferien läuft der Vertrag aus; pünktlich im September wird wieder eingestellt. Auf diese Weise spart sich ausgerechnet das reiche Baden-Württemberg die Lohnkosten von befristet angestellten LehrerInnen an seinen Schulen und schickt sie statt in den Sommer in die Arbeitslosigkeit. Mit einer Vertragslaufzeit von unter einem Jahr erlangen die meisten nicht einmal Anspruch auf ALGI, sondern müssen Hartz IV beziehen. Betroffen sind über 5000 ReferendarInnen und 4000 befristet angestellte LehrerInnen, die als Vertretungskräfte oder in Flüchtlingsklassen eingestellt wurden.

Die Zeit20141030_102504 stellt in einem Artikel die Honorarsituation von Lehrkräften in Kursen für Deutsch als Fremdsprache und Deutsch als Zweitsprache dar.

Qualifikation der Lehrkraft, Bedeutung der Arbeit für die Gesellschaft, Daueraufgabe – alles immernoch keine Gründe, um die Arbeit der Lehrkräfte angemessen zu vergüten. Sozial gerecht? Sicher nicht!