Foto 05 Zum WeltlehrerInntag am 05.03.2018 sind wieder Proteste geplantDas nächste Kapitel wird aufgeschlagen.

Anfang Februar traf sich in Köln das Organisationsteam des Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte zu einer Arbeitssitzung in den Räumen der GEW Köln. Dort wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die den Weltlehrertag am 05.10.2018 koordinieren wird.

Honorarlehrkräfte aller Fächer hatten in den letzten vier Jahren in Berlin anlässlich dieses Aktionstags protestiert, 2017 schlossen sich auch die Kölner an. Die gewonnenen Erfahrungen greifen Kreidefresser und Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte auf, um 2018 weitere Städte einzubinden. Schon jetzt zeichnen sich Proteste in mindestens fünf Städten ab. Mit dieser Mobilisierung will das Bündnis die Arbeits- und Vertragsbedingungen in der Weiter- und Erwachsenenbildung skandalisieren, da sie in offensichtlichem Widerspruch zu den Anforderungen der UNESCO-Charta stehen. Dabei wollen sie mit allen Honorarlehrkräften sowie mit den Gewerkschaften kooperieren.

Eine Übersicht über den aktuellen Stand der Planungen findet man im FORUM des Bündnis. Wer Fragen oder Anregungen zu den Planungen zum Weltlehrertag 2018 hat, kann sich gerne dort direkt einbringen oder schreibt an: info@kreidefresser.org

Petition_RH-MusikschuleWie man in kurzer Zeit eine Gruppe von freien, einzelkämpfenden Lehrkräften zu einem Kollegium macht, das seine Forderungen klar zum Ausdruck bringt und die Verantwortlichen in ihre politische Verantwortung nimmt, zeigen die Honorarkräfte der Rheinischen Musikschule Köln mit ihrer Petition.

Prekäre Beschäftigung – auch im kulturellen Bildungsbereich der Stadt – sollte nicht länger hingenommen werden als sei sie eine unvermeidbare Naturkatastrophe, auf die niemand Einfluss hat.

Soweit im Westen. Und im Osten:

Bei RBB Kulturradio wurde am 31. Januar in einer Radiosendung zum Thema „Wie geht es den Berliner und Brandenburger Musikschulen?“ diskutiert.
Na, wie wohl?!?

Der ursprüngliche Titel des FAZ-Artikels lautete:
„Vier von fünf Flüchtlingen bestehen Deutsch-Test nicht“.
Mittlerweile wurde er korrekterweise geändert in:
„Viele Analphabeten unter Flüchtlingen haben Probleme Deutsch zu lernen“.
Leider haben nicht alle Medien diesen Beitrag geändert, den sie allesamt aus der
‚BILD am Sonntag‘ zitieren. Analysen bei Bildblog.
Macht keinen großen Unterschied, denken Sie? Originaltitel der BILD mit Korrektur:

Selbständig in die ArmutAufruf zum Widerspruch gegen
zu hohe Krankenkassenbeiträge

von Andreas Müller bei change.org
und die dazu gehörige Petition

Hintergrundinformationen beim
Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte
und Vorlagen für freie Lehrkräfte

WARUM das eine gute Idee ist:
Krankenkassenbeiträge für Solo-Selbstständige sind oft zu hoch, weil sie an einem fiktiven Einkommen bemessen werden.
Wozu dies führt, zeigt die Sendung Frontal 21 vom ZDF.

Auch neues deutschland informiert über die Aussagen einzelner Parteien zum Thema.

Leipzig_Geschenke Kopie

© André Kempner

Die Leipziger Dozent*innen treten gewohnt satirisch und sichtbar auf, um auf ihre seit Jahrzehnten schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen.
Sie wissen: Wir müssen reden.
Die Leipziger Volkszeitung berichtet.
Auch Bildung, Wissenschaft und Forschung von ver.di.

In allen Medien, aktuell in der Sendung FAKT, wird es seit einigen Jahren immer wieder dargestellt, diverse Dozent*innen-Initiativen aus ganz Deutschland stehen mit den zuständigen Politikern im Gespräch. Für die Weiterbildung steht aber immernoch kein Geld zur Verfügung. Gewerkschaften und Deutscher Volkshochschul-Verband weisen beide darauf hin, dass die Erwachsenenbildung deutlich zu kurz kommt. Lediglich EINEN Prozent des Bildungsetats möchten sie gerne in der Weiterbildung sehen. Davon sind alle Bundesländer weit entfernt. Und die Dozent*innen? Die leisten weiter ihren wichtigen Bildungs- und Integrationbeitrag im Auftrag des Staates zu unverhältnismäßig schlechten Bedingungen. Dann Frohe Weihnachten!

columbia strikeAm Columbia College in Chicago unterrichten circa 1.200 part-time adjuncts, Lehrende ohne Anstellung, ähnlich wie die Lehrbeauftragten an deutschen Hochschulen. Am 22.11. hat eine von der Part-Time Faculty Association einberufene Versammlung zu einem Streik am 29. und 30. November 2017 aufgerufen. Die Verwaltung  will die Verträge, die im vergangenen August ausgelaufen sind, mit neuen ersetzen, in denen die bei dem vorigen Vertragsabschluss erkämpften Verbesserungen abgeschafft werden sollen. Zudem verweigert die Verwaltung eine Aufnahme ernsthafter Verhandlungen. Mehr dazu hier.

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Freitag, der 17.11.2017 war ein „schwarzer Freitag“ am Goethe-Institut: Um ihren Unmut gegen die geplanten Verschlechterungen am Goethe-Institut auszudrücken, kamen zahlreiche MitarbeiterInnen schwarz gekleidet zur Arbeit. Beteiligt hatten sich die Goethe-Institute in Berlin, München, Mannheim, Düsseldorf, Schwäbisch-Hall und Frankfurt. Ralf Pauli beschreibt in der taz, woran sich der Ärger konkret entzündet.

Streik Musik Bayern

© Stephan Rumpf

Kreidefresser erklärt sich solidarisch mit den streikenden Lehrbeauftragten für Musik in Bayern. Sie benötigen dringend unsere Unterstützung für ihren Aufruf.

120 Lehrbeauftragte für Musik spielen vor der Bayerischen Staatskanzlei die Bayernhymne – in Moll. Sie sind aus ganz Bayern angereist, demonstrieren, streiken. Für Lehrbeauftragte keine Selbstverständlichkeit, denn streng genommen genießen sie kein Streikrecht. Trotzdem hat die Bundeskonferenz der Lehrbeauftragten an Musikhochschulen (BKLM) dazu aufgerufen, vom 13. – 24. November der Arbeit fernzubleiben, ein deutliches Zeichen dafür, wie dramatisch die Situation ist. Read More →

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© PLauppert/Wikimedia Commons

930 Musikschulen sind bundesweit im Verband deutscher Musikschulen organisiert, 42 davon in Rheinland-Pfalz. Dessen Landesverband warnt nun vor einem Nachwuchsmangel unter Musikschullehrern: Der Beruf werde als „sozial unsicher“ wahrgenommen, so der Vorsitzende des Landesverbandes der Musikschulen in Rheinland-Pfalz Christoph Utz. Die Meldung der dpa wurde in zahlreichen Medien aufgegriffen. Utz stellt sich darin explizit an die Seite der Lehrkräfte und warnt, die vielen Arbeitsverhältnisse auf Honorarbasis ohne soziale Absicherung verschärften den Lehrkräftemangel. Hinzu kommt Unsicherheit in der Finanzierung. Auf seiner Webseite stellt der Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz die „Bestandssicherung der kommunalen Institutionen vor dem Hintergrund der Finanzkrise der öffentlichen Hand“ als eines seiner wichtigsten Projekte dar. Die Landesförderung mache aktuell nur noch 7% des Gesamtbudgets der rheinland-pfälzischen Musikschulen aus, so Utz.

Ausführlicher Bericht auf news4teachers: Musikschulen haben den Blues